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Pflegepolitik und Recht
11.09.2025
Bundestag plant mehr Verantwortung und weniger Bürokratie in der Pflege
Der Bundestag plant eine Entlastung der Pflege durch erweiterte Aufgaben für Pflegekräfte und weniger Bürokratie, um den Beruf attraktiver zu machen.
Der Bundestag plant eine Entlastung der Pflege durch erweiterte Aufgaben für Pflegekräfte und weniger Bürokratie, um den Beruf attraktiver zu machen.
Der Bundestag hat sich mit einem Gesetzesentwurf zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege auseinandergesetzt. Die Koalition plant, Pflegekräfte mit erweiterten Aufgaben zu betrauen, insbesondere in der Diabetes- und Wundversorgung sowie in der Betreuung von Demenzkranken. Ziel ist es, die Arbeitsbelastung in Pflegeeinrichtungen und im Gesundheitswesen zu verringern und den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten, erklärte Gesundheitsministerin Nina Warken. Der Entwurf wird nun im Gesundheitsausschuss weiter beraten. Unter anderem soll die Kassenärztliche Bundesvereinigung gehört werden, da es Bedenken gibt, dass neue Schnittstellen zwischen Pflege und Ärzten entstehen könnten. Kritiker monieren, dass Fragen zur Substitution und Haftung offen geblieben seien. Quellenangaben: Ärzte Zeitung, 11. September 2025.
Candidozyma auris breitet sich in Europas Krankenhäusern aus
Der krankheitserregende Pilz Candidozyma auris breitet sich rasch in Europa aus, stellt aber für Deutschland derzeit kein großes Risiko dar.
Der krankheitserregende Pilz Candidozyma auris breitet sich rasch in Europa aus, stellt aber für Deutschland derzeit kein großes Risiko dar.
Der krankheitserregende Pilz Candidozyma auris breitet sich schnell in europäischen Krankenhäusern aus, wie ein aktueller Bericht des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zeigt. Von 2013 bis 2023 wurden mehr als 4.000 Fälle im EU- und EWR-Raum gemeldet, allein im Jahr 2023 waren es 1.346 Fälle. Deutschland rangiert auf Platz fünf der betroffenen Länder mit 120 gemeldeten Fällen, wobei 77 davon auf 2023 entfallen. Die meisten Fälle wurden in Spanien, gefolgt von Griechenland, Italien und Rumänien, gemeldet. ECDC warnt, dass dies nur „die Spitze des Eisbergs“ sei, da es oft an systematischer Erfassung mangele. Oliver Kurzai von der Universität Würzburg betont jedoch, dass die Gefahr einer Ansteckung in Deutschland gering sei. Die „Ärzte Zeitung“ berichtet, dass der Pilz eine Rarität in Deutschland bleibe, aber aus epidemiologischer Sicht besorgniserregend sei.
Pflegemarkt erholt sich: Weniger Insolvenzen, aber neue Herausforderungen
Der Pflegemarkt entspannt sich: Weniger Insolvenzen dank neuer Pflegesätze, doch Fachkräftemangel und Investitionsbedarf bleiben zentrale Herausforderungen.
Der Pflegemarkt entspannt sich: Weniger Insolvenzen dank neuer Pflegesätze, doch Fachkräftemangel und Investitionsbedarf bleiben zentrale Herausforderungen.
Die Insolvenzwelle unter ambulanten und stationären Pflegebetrieben hat ihren Höhepunkt überschritten. So das optimistische Fazit des Branchenreports „Pflegemarkt 2025“, den die Apotheker- und Ärztebank (apoBank) am Mittwoch veröffentlichte. Im Vergleich zu 2023 waren 2024 weniger große Träger von Insolvenzen betroffen, dafür mehr kleine und mittlere. Die Krise hatte eine „bereinigende Wirkung“ auf den Markt, der sich allmählich entspannt. Einige Ursachen der Krise wurden adressiert, etwa durch neu verhandelte Pflegesätze. Das vollstationäre Angebot konsolidierte sich zugunsten größerer Träger. Privates Kapital bleibt entscheidend für den Bau und Betrieb neuer Einrichtungen, da öffentlicher Support ausbleibt. Investoren setzen verstärkt auf betreutes Wohnen, was langfristig zu Versorgungslücken bei schweren Pflegefällen führen könnte. Die Herausforderungen bleiben angesichts des Fachkräftemangels und des hohen Investitionsbedarfs groß. (Quelle: Ärzte Zeitung)
Umgang mit Opioiden: Hausärzte sind oft unsicher, zeigt Studie
Studie zeigt: Viele Hausärzte sind unsicher im Umgang mit Opioiden, da sie die LONTS-Leitlinie für chronische Schmerzen oft nicht kennen.
Studie zeigt: Viele Hausärzte sind unsicher im Umgang mit Opioiden, da sie die LONTS-Leitlinie für chronische Schmerzen oft nicht kennen.
Empfehlungen zum Umgang mit Opioiden werden in allgemeinärztlichen Praxen anscheinend nur sehr zurückhaltend umgesetzt. Eine Umfrage der Universität Heidelberg enthüllt, dass fast die Hälfte der Hausärzte mit der LONTS-Leitlinie nicht vertraut ist. Diese Leitlinie soll dabei helfen, den Einsatz von Opioiden bei der Behandlung von chronischen Schmerzen zu steuern. Der vorsichtige Umgang könnte möglicherweise auf mangelnde Schulungen oder unzureichende Informationsverbreitung zurückzuführen sein. Die vollständige Meldung kann auf aerztezeitung.de nachgelesen werden.
Neuer Entwurf: Sozialversicherungsrechengrößen steigen 2026 deutlich an
2026 steigen die Sozialversicherungsrechengrößen deutlich an, laut einem neuen Entwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
2026 steigen die Sozialversicherungsrechengrößen deutlich an, laut einem neuen Entwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat den Referentenentwurf zur Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026 vorgestellt. Dieser bestimmt die wesentlichen Rechengrößen der Sozialversicherung für das Jahr 2026 neu, basierend auf der Lohnentwicklung des Jahres 2024. Die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer haben sich bundesweit um 5,16 Prozent geändert, was zu einem starken Anstieg der Rechengrößen führt. Diese Größen sind entscheidend für das Versicherungs-, Beitrags- und Leistungsrecht in der Sozialversicherung, da sie festlegen, bis zu welcher Lohnhöhe Beiträge zu zahlen sind. Die Verordnung erfordert noch die Genehmigung der Bundesregierung und des Bundesrats.
WHO aktualisiert Liste unentbehrlicher Arzneimittel mit Fokus auf Krebs und Impfstoffe
Die WHO aktualisiert ihre Liste unentbehrlicher Arzneimittel, hebt Krebsbehandlungen und Impfstoffe hervor, um den Zugang zu lebenswichtiger Medikation zu verbessern.
Die WHO aktualisiert ihre Liste unentbehrlicher Arzneimittel, hebt Krebsbehandlungen und Impfstoffe hervor, um den Zugang zu lebenswichtiger Medikation zu verbessern.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Liste unentbehrlicher Arzneimittel (EML) sowie die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel für Kinder (EMLc) überarbeitet. Unter den wesentlichen Neuerungen befinden sich Mittel für die Krebstherapie, neue Impfstoffe und Medikamente zur Behandlung von Mukoviszidose und Psoriasis. Dies teilte die WHO kürzlich mit, berichtet die "Ärzte Zeitung". Funktionen und Veränderungen in der Pharmakotherapie haben eine bedeutende Rolle in der Gesundheitsversorgung, indem sie den Zugang zu wichtigen medizinischen Behandlungen und Impfungen sichern und erweitern. Die aktualisierte Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der WHO spiegelt den kontinuierlichen Fortschritt in der medizinischen Forschung und Therapie wider.
Experte: Bessere Depressionsbehandlung entscheidend für Suizidprävention
Bessere Depressionsbehandlung könnte Suizidrate senken, sagt Dr. Lewitzka von der Goethe-Universität und fordert Entstigmatisierung und neue Therapieansätze.
Bessere Depressionsbehandlung könnte Suizidrate senken, sagt Dr. Lewitzka von der Goethe-Universität und fordert Entstigmatisierung und neue Therapieansätze.
Depressionen gut zu behandeln, ist einer der wichtigsten Hebel zur Verhinderung von Suiziden, erklärt Dr. Ute Lewitzka, die an der Frankfurter Goethe-Universität als Deutschlands erste Professorin für Suizidforschung tätig ist. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts starben 2023 rund 10.300 Menschen durch Suizid, wobei Männer häufiger betroffen waren. Lewitzka betont, dass Depressionen das höchste Suizidrisiko aufweisen und plädiert für die Entstigmatisierung dieser Krankheit. Neben klassischen Methoden wie Medikamenten und Psychotherapie könnte die Elektrokonvulsionstherapie eine stärkere Anwendung finden, da sie bei Therapieresistenz effektiv sei. Laut einer Studie aus Basel reduziert diese Behandlung das Suizidrisiko bei schwerer Depression erheblich. Ein weiteres wenig genutztes Mittel ist Lithium, das regulär in der Psychiatrie kaum eingesetzt wird, obwohl es nachweislich suizidpräventiv wirkt, so Lewitzka weiter. Die effektivste Suizidprävention sei jedoch die Methodenrestriktion, etwa durch das Sichern von Bahngleisen, berichtet die Ärztezeitung.
Trinkwasser in Greifswald mit Enterokokken belastet: Abkochpflicht!
Enterokokken im Greifswalder Trinkwasser! Abkochpflicht angeordnet, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden - Insel Riems ausgenommen.
Enterokokken im Greifswalder Trinkwasser! Abkochpflicht angeordnet, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden - Insel Riems ausgenommen.
Im Wasserwerk Groß Schönwalde nahe Greifswald wurden bei einer Routinekontrolle eine erhöhte Anzahl von Enterokokken nachgewiesen. Dies hat dazu geführt, dass für die gesamte Stadt eine Anordnung zum Abkochen des Trinkwassers erlassen wurde, ausgenommen lediglich die Insel Riems. Vor dem Gebrauch, besonders bei der Zubereitung von Speisen oder beim Zähneputzen, muss das Wasser abgekocht werden, um mögliche gesundheitliche Risiken wie Magen-Darm-Irritationen zu vermeiden. Duschen und Baden sind weiterhin möglich, ohne das Wasser abzukochen, solange kein Wasser geschluckt wird. Die Abkochanordnung bleibt bestehen, bis eine entsprechende Nachricht des Landkreises Vorpommern-Greifswald erfolgt. Quelle: Der Spiegel.
Enquetekommission zieht Lehren aus Coronakrise für zukünftige Pandemien
Die Enquetekommission analysiert die Corona-Pandemie, um aus Fehlern zu lernen und künftige Pandemien besser zu bewältigen. F.A.Z. berichtet.
Die Enquetekommission analysiert die Corona-Pandemie, um aus Fehlern zu lernen und künftige Pandemien besser zu bewältigen. F.A.Z. berichtet.
Am 8. September hat sich die Enquetekommission zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie konstituiert. Im Rückblick ist zwar klar, dass während der Pandemie Fehler gemacht wurden, doch es sei von höherer Bedeutung, Lehren für zukünftige Pandemien zu ziehen, statt die damaligen Entscheider zu verurteilen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Die Pandemie hatte mit einschneidenden staatlichen Maßnahmen viele das Gefühl gegeben, dass staatliches Handeln nicht immer angemessen war. Die Gesellschaft war hierdurch gespalten. Das Ziel der Kommission ist, besser auf kommende Pandemien vorbereitet zu sein, um ähnliche Fehler zu vermeiden. Dennoch bleibt es schwer vorstellbar, dass es beim nächsten Mal ohne Herausforderungen und Fehler ablaufen wird. Der Schrecken einer neuen Pandemie sei trotz aller Vorbereitung unvermeidlich. Quelle: F.A.Z.
Niedersachsen drängt auf besseren Schutz für Gesundheitspersonal im Bund
Niedersachsen fordert mehr Schutz für Gesundheitspersonal gegen Gewalt im Bund und unterstützt damit den bevorstehenden Gesetzentwurf der Bundesregierung.
Niedersachsen fordert mehr Schutz für Gesundheitspersonal gegen Gewalt im Bund und unterstützt damit den bevorstehenden Gesetzentwurf der Bundesregierung.
Das Land Niedersachsen setzt sich im Bundesrat mit Nachdruck für den besseren Schutz von Gesundheitspersonal vor Gewalt ein. Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD) hat dies im Zusammenhang mit dem "Anti-Gewalt-Gipfel" angekündigt und auf einen Beschluss der Justizministerkonferenz hingewiesen. Diese hatte festgestellt, dass Übergriffe im Gesundheitswesen große Belastungen für Betroffene darstellen und das Sicherheitsgefühl erheblich beeinträchtigen können. Philippi fordert eine schnelle Umsetzung durch den Bund, was von diversen Akteuren im Gesundheitswesen unterstützt wird. Beispielsweise fordert die Ärztekammer Niedersachsen eine Verschärfung des Strafrechts. Auch die KV Niedersachsen unterstützt die Initiative, da zunehmende Gewalt die Attraktivität des Berufs der medizinischen Fachangestellten (MFA) negativ beeinflusst. Bereits im Juli hatte Gesundheitsministerin Nina Warken angekündigt, dass im Herbst ein entsprechender Gesetzentwurf der Bundesregierung erwartet wird, so die Berichterstattung von aerztezeitung.de.
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