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Pflegepolitik und Recht
23.01.2025
Fast eine halbe Million Kinder pflegen Angehörige in Deutschland
In Deutschland übernehmen fast 480.000 Kinder und Jugendliche Pflegeaufgaben in der Familie, oft unbemerkt von der Öffentlichkeit, wie eine Regierungsantwort zeigt.
In Deutschland übernehmen fast 480.000 Kinder und Jugendliche Pflegeaufgaben in der Familie, oft unbemerkt von der Öffentlichkeit, wie eine Regierungsantwort zeigt.
Knapp 480.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren übernehmen in Deutschland Verantwortung für pflegebedürftige Familienmitglieder, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht. Laut einem Bericht des Bundestagsnachrichtendienstes hib basiert diese Zahl auf einer Studie der Universität Witten/Herdecke. Zudem waren im Jahr 2023 insgesamt 1.000 dieser Minderjährigen als Pflegeperson in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Die Regierung betont, dass sich pflegende Kinder und Jugendliche oft nicht selbst als Pflegende wahrnehmen und daher selten über ihre Situation sprechen. Hier setzt das Projekt „Pausentaste“ mit niedrigschwelligen Beratungsangeboten an, auf dessen Webseite monatlich über 4.500 Zugriffe verzeichnet werden. Quellen: Ärzte Zeitung, Bundesregierung.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
23.01.2025
Gesundheitsjobs stagnieren: Beschäftigungswachstum verlangsamt sich
Das Wachstum von Beschäftigten im Gesundheitswesen verlangsamt sich, mit nur 0,5 % Anstieg 2023 im Vergleich zu Vor-Corona-Jahren, berichtet die Ärzte Zeitung.
Das Wachstum von Beschäftigten im Gesundheitswesen verlangsamt sich, mit nur 0,5 % Anstieg 2023 im Vergleich zu Vor-Corona-Jahren, berichtet die Ärzte Zeitung.
Das Gesundheitswesen bleibt ein bedeutender Wirtschaftssektor in Deutschland, doch das Wachstum der Beschäftigtenzahlen hat sich im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren merklich verlangsamt, berichtet die Ärzte Zeitung. Zum Jahresende 2023 waren rund 6,1 Millionen Menschen in Gesundheitsberufen tätig, was einem leichten Anstieg von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zwischen 2019 und 2023 stieg die Zahl der Beschäftigten um 5,3 Prozent, während der Anstieg in den Jahren 2015 bis 2019 noch bei 6,9 Prozent lag. Besonders ambulante Einrichtungen wie Arzt- und Zahnarztpraxen verzeichneten zwischen 2019 und 2023 einen Zuwachs von 4,3 Prozent bei der Zahl der Beschäftigten. Deutlich dynamischer verlief die Beschäftigungsentwicklung in der pharmazeutischen Industrie und dem Gesundheitsschutz. Im Jahr 2023 waren dort 174.000 beziehungsweise 48.000 Personen tätig, wie das Statistische Bundesamt bekannt gab.
AOK-Bericht: 11.000 Betrugsfälle im Gesundheitswesen untersucht
Der AOK-Bericht deckt 11.000 Betrugsfälle im Gesundheitswesen auf und fordert spezialisierte Staatsanwaltschaften zur effektiveren Bekämpfung.
Der AOK-Bericht deckt 11.000 Betrugsfälle im Gesundheitswesen auf und fordert spezialisierte Staatsanwaltschaften zur effektiveren Bekämpfung.
In den vergangenen zwei Jahren sind die elf AOKen etwa 11.000 Hinweise auf Abrechnungsbetrug und weitere Vergehen im Gesundheitswesen nachgegangen. Der aktuelle AOK-Bericht "Fehlverhalten im Gesundheitswesen" beschreibt diese Entwicklungen und betont die Notwendigkeit spezialisierter Staatsanwaltschaften in allen Bundesländern. Ein prominenter Fall aus Mainz veranschaulicht die Herausforderungen: Ein Sanitätshaus rechnete Kompressionsstrümpfe für nichtexistierende Patienten ab und kollaborierte mit Ärzten, die verdeckte Zahlungen erhielten. Mehrere Beteiligte wurden schließlich verurteilt, und ein erheblicher Teil des Schadens konnte rückerstattet werden. Der Bericht zeigt, dass durch gezielte Ermittlungen Erfolge gegen solche komplexen Korruptionshandlungen erzielt werden können. Knut Lambertin vom AOK-Bundesverband fordert eine stärkere Bündelung der rechtlichen Expertise, um dem wachsenden Phänomen des Betrugs im Gesundheitswesen angemessen begegnen zu können. (Quelle: Ärzte Zeitung)
Krankenkassen kämpfen mit KI gegen Betrug in der Pflegebranche
Krankenkassen setzen KI ein, um Betrug in der Pflege aufzudecken und haben 42,8 Millionen Euro zurückgewonnen. Besonders betroffen: häusliche Krankenpflege.
Krankenkassen setzen KI ein, um Betrug in der Pflege aufzudecken und haben 42,8 Millionen Euro zurückgewonnen. Besonders betroffen: häusliche Krankenpflege.
Durch Korruption im Gesundheitswesen verliert die Versichertengemeinschaft jährlich Millionenbeträge, doch die Krankenkassen, darunter auch die elf AOKen, konnten 2022 und 2023 insgesamt 42,8 Millionen Euro an versichertem Geld zurückgewinnen, wie aerztezeitung.de berichtet. Besonders anfällig für Missbrauch ist der Bereich „Pflege / Häusliche Krankenpflege“. Aufgrund der niedrigschwelligen Zugangsregelungen für Pflegeleistungen entstehen Spielräume für Betrug, beispielsweise bei der Abrechnung von Verhinderungspflege durch pflegende Angehörige. Eine spannende Entwicklung zeigt sich im Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Bekämpfung von Fehlverhalten. KI kann Auffälligkeiten in der Abrechnung erkennen, die allein durch menschliche Prüfer leicht übersehen werden. Dies birgt das Potenzial, den Betrug effektiver aufzudecken, während die Einbeziehung von Hinweisgebern nach wie vor entscheidend bleibt.
Spectaris fordert bürokratiearme Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln
Der Industrieverband Spectaris fordert weniger Bürokratie bei der Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln und betont deren Bedeutung für die ambulante Patientenbetreuung.
Der Industrieverband Spectaris fordert weniger Bürokratie bei der Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln und betont deren Bedeutung für die ambulante Patientenbetreuung.
Der Industrieverband Spectaris betont die Bedeutung einer umfassenden und sicheren Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln, um mehr Patienten ambulant versorgen zu können. Dabei seien Hilfsmittel wie Beatmungsgeräte, Pflegebetten und Orthesen entscheidend, um die Therapie und Pflege im häuslichen Umfeld sicherzustellen. Diese Grundlagen ermöglichen es, medizinische Eingriffe ambulant durchzuführen oder Patienten nach einem Eingriff daheim weiter zu betreuen. Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, fordert Spectaris in seinem neuen Positionspapier weniger Bürokratie durch standardisierte Rahmenverträge und eine einheitliche Mehrwertsteuer von sieben Prozent auf alle Hilfsmittel. Zudem sei ein gesetzlicher Mechanismus notwendig, um gestiegene Kosten der Unternehmen schneller abzufangen. Aufgrund der demografischen Entwicklung und des wachsenden Bedarfs an ambulanter Versorgung appelliert der Verband an eine effizientere Gestaltung der Hilfsmittelversorgung, ohne die Patientensicherheit und Versorgungsqualität zu beeinträchtigen.
Cambridge-Studie zeigt: Bestehende Medikamente wie antimikrobielle Mittel und Impfstoffe könnten das Risiko für Demenzerkrankungen senken.
Cambridge-Studie zeigt: Bestehende Medikamente wie antimikrobielle Mittel und Impfstoffe könnten das Risiko für Demenzerkrankungen senken.
Forscher der Universität Cambridge um Benjamin R. Underwood haben in der Fachzeitschrift "Alzheimer's & Dementia Translational Research & Clinical Interventions" eine Studie veröffentlicht, die darauf hindeutet, dass bestimmte bereits existierende Medikamente möglicherweise das Risiko an Demenz zu erkranken, senken könnten. Zu den in Betracht gezogenen Substanzen gehören antimikrobielle Mittel, Impfstoffe und entzündungshemmende Medikamente. Diese stehen offenbar in Zusammenhang mit einem reduzierten Risiko für Demenzerkrankungen. Solche Erkenntnisse könnten die zukünftige therapeutische Vorgehensweise bei der Behandlung von Demenz beeinflussen. (Quelle: aerzteblatt.de)
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
23.01.2025
Umfrage: Bürger fordern dringendes Handeln gegen Fachkräftemangel in Pflege
Eine Umfrage zeigt: 91% der Deutschen fordern von der nächsten Regierung dringend Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in der Pflege.
Eine Umfrage zeigt: 91% der Deutschen fordern von der nächsten Regierung dringend Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in der Pflege.
Eine aktuelle Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Siemens Betriebskrankenkasse (SBK) hat ergeben, dass der Mangel an Pflegekräften und Ärzten für die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland das drängendste Thema darstellt. 91 Prozent der befragten Bürger betonen die Notwendigkeit, dass die nächste Bundesregierung den Fachkräftemangel in der Pflege dringend angehen muss, während 85 Prozent den Ärztemangel und die Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung als weitere Themen ohne Aufschubpflicht erachten. Der Ärztemangel wird unabhängig vom Wohnort als besonders wichtig angesehen, wobei Stadtbewohner zu 81 Prozent, Bürger in vorstädtischen Regionen zu 84 Prozent und Landbewohner zu 89 Prozent Handlungsbedarf sehen. Hingegen schätzen nur 56 Prozent der Befragten eine stärkere Nutzung von Gesundheitsdaten zur Personalisierung der Gesundheitsversorgung als notwendig ein, während lediglich 45 Prozent in einer Ausweitung digitaler Gesundheitsangebote einen hohen Bedarf sehen. Diese Zahlen verdeutlichen den Schwerpunkt der Bürger auf akuten personellen Engpässen im Gesundheitssektor. (Quelle: aerztezeitung.de)
Fachgespräch über idealen Grippeimpfstoff für Senioren ab 60
Experten diskutieren über den besten Grippeimpfstoff für Senioren; Hochdosis versus MF59-adjuvantiert bleibt eine individuelle Entscheidung.
Experten diskutieren über den besten Grippeimpfstoff für Senioren; Hochdosis versus MF59-adjuvantiert bleibt eine individuelle Entscheidung.
In der Ärztezeitung wird eine evidenzbasierte Diskussion über die Wahl des geeigneten Influenza-Impfstoffes für Personen ab 60 Jahren geführt. Eine Kollegin hinterfragt, ob ein Hochdosis-Impfstoff oder ein MF59-adjuvantierter Impfstoff vorzuziehen sei. Die Entscheidung hängt von individuellen gesundheitlichen Faktoren ab. Dieser Austausch zeigt, wie wichtig spezialisierte Beratung und fundierte Informationen für medizinische Fachkräfte bei der Entscheidungsfindung in der Praxis sind (Quelle: aerztezeitung.de).
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
22.01.2025
Onkologe fordert Klimawandelthemen in Ausbildung von Gesundheitsberufen
Ein Onkologe fordert die Integration von Klimawandelthemen in der Ausbildung von Gesundheitsberufen, um auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet zu sein.
Ein Onkologe fordert die Integration von Klimawandelthemen in der Ausbildung von Gesundheitsberufen, um auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet zu sein.
Professor Michael Hallek, ein führender Onkologe und Mitglied des Gesundheitsweiserates, hebt die Bedeutung der Einbindung von Klimawandelthemen in die Ausbildung von Gesundheitsberufen hervor. Hitzewellen und Extremwetterereignisse, deren Häufigkeit durch den Klimawandel zunimmt, bilden erhebliche Herausforderungen für das Gesundheitssystem, so Hallek. In einem sechs Punkte umfassenden Papier von der Walter-Siegenthaler-Gesellschaft wird diese Problematik thematisiert. Hallek betont, dass die derzeitigen Studiengänge die Absolventen unzureichend auf diese Herausforderungen vorbereiten. Das Dokument schlägt unter anderem vor, Fortbildungen zum Hitzeschutz auszubauen und bestehende Pilotprojekte, wie das zur klimasensiblen Gesundheitsberatung in Baden-Württemberg, bundesweit umzusetzen. Zudem wird die Notwendigkeit einer effizienteren Struktur im Gesundheitswesen hervorgehoben, um dessen Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Diese Aufrufe verdeutlichen die Dringlichkeit einer Anpassung an klimatische Veränderungen im medizinischen Sektor. (Quelle: aerztezeitung.de)
Brandenburgs Ministerin Müller fordert „stambulante“ Gesundheitszentren für bessere Integration von ambulanter und stationärer Versorgung.
Brandenburgs Ministerin Müller fordert „stambulante“ Gesundheitszentren für bessere Integration von ambulanter und stationärer Versorgung.
Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller hat sich für eine verbesserte Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung ausgesprochen. Beim Parlamentarischen Abend der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg in Potsdam betonte sie, dass eine enge Zusammenarbeit dieser Strukturen wesentlich für die Sicherstellung der Versorgung vor Ort sei. Es gelte, Krankenhausstandorte in regionale Gesundheitszentren umzuwandeln, um eine „stambulante“ Versorgung, also eine Kombination aus stationärem und ambulantem Angebot, zu erreichen. Müller plädiert für eine stärkere Rolle des Landes in der ambulanten Bedarfsplanung und der Kassenärztlichen Vereinigung in der Krankenhausplanung. Zudem kündigte sie an, das Landärztestipendium fortführen zu wollen, auch wenn der Umfang angesichts der Haushaltslage unklar ist. Laut Müller ist eine Beteiligung des Bundes an der Betriebskostenfinanzierung und am Transformationsfonds notwendig, um die erforderlichen Veränderungen zu realisieren. Die Vorstandsvorsitzende der KVBB, Catrin Steiniger, fordert zudem den Aufbau einer zukunftsfesten und sektorengleichen Versorgung. (Quelle: Ärztezeitung)
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