Jena erprobt digitalen "Telemedizinraum" im Plattenbau von Lobeda
In Jena wird ein "Telemedizinraum" im Plattenbau von Lobeda erprobt, der Bewohnern Videosprechstunden mit ärztlichem Support ermöglicht.
In Jena wird ein "Telemedizinraum" im Plattenbau von Lobeda erprobt, der Bewohnern Videosprechstunden mit ärztlichem Support ermöglicht.
In Jena testet die Stadt ein neues digitales Gesundheitsangebot, das direkt in einem Plattenbau im Stadtteil Lobeda angesiedelt ist. Dort betreiben die Stadtwerke eine barrierefreie Anlaufstelle für Videosprechstunden mit ärztlicher Unterstützung durch nichtärztliche Praxisassistenten. Als Teil eines Modellprojekts, das auf drei Jahre begrenzt ist, ermöglicht dieser "Telemedizinraum" den Einwohnern Zugang zu ärztlichen Beratungen über Videoanrufe. Laut "Ärzte Zeitung" ist es auch für Rollstuhlfahrer zugänglich und bietet mit Unterstützung von Student Aria Rouhollahi technische Hilfe für Patienten, die nicht mit moderner IT vertraut sind. Trotz der innovativen Idee bleibt die Nachfrage von Patientenseite bislang gering, was Projektleiterin Mandy Steinbrück überrascht hat. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass Jena generell gut ärztlich versorgt ist, so Dr. Christine Zollmann, eine teilnehmende Dermatologin. Ziel des Projekts ist es, dieses Konzept der Digitalmedizin auch in anderen Regionen umzusetzen.
Verbesserte Therapie bei Beinulzera zeigt deutliche Fortschritte im Test
Fortschritte bei Beinulzera: Neue Ansätze zeigen signifikante Verbesserungen in der Wundheilung durch effektive Kompressionstherapie.
Fortschritte bei Beinulzera: Neue Ansätze zeigen signifikante Verbesserungen in der Wundheilung durch effektive Kompressionstherapie.
Bei der Versorgung von Menschen mit chronisch-venöser Insuffizienz und daraus resultierenden Beinulzera gibt es nach wie vor erheblichen Verbesserungsbedarf, insbesondere bei der Kompressionstherapie. Beim DEGAM-Kongress 2025 betonte Dr. Jonas Senft vom Universitätsklinikum Heidelberg, dass nur 14 Prozent der Betroffenen dauerhaft mit Kompression behandelt werden, obwohl dies entscheidend für die Wundheilung ist. Ein vom Innovationsfonds gefördertes Projekt, Ulcus Cruris Care (UCC), versucht durch Online-Schulungen und softwaregestütztes Fallmanagement, die Therapiesituation zu verbessern. Erste Studiendaten weisen auf einen Effekt der Interventionen hin, auch wenn die Ergebnisse bislang nicht signifikant sind. Es zeigte sich, dass die Kompressionstherapie in teilnehmenden Praxen zu 72,2 Prozent leitliniengerecht erfolgte, was zu einer signifikant höheren Wundheilungsrate und reduzierten Behandlungskosten führte. Dr. Senft schlussfolgert: „Umdenken kann sich lohnen“ (Quelle: aerztezeitung.de).
Hausärzte und Suizidassistenz: Einblicke aus der HAPASS-Studie
Die HAPASS-Studie zeigt, wie Hausärzte mit seltenen Anfragen zur Suizidassistenz umgehen – von Ablehnung bis zur intensiven Begleitung und rechtlicher Beratung.
Die HAPASS-Studie zeigt, wie Hausärzte mit seltenen Anfragen zur Suizidassistenz umgehen – von Ablehnung bis zur intensiven Begleitung und rechtlicher Beratung.
Patienten, die in der Hausarztpraxis nach Suizidassistenz fragen, gelten als seltene Erscheinung, dennoch öffnen die ersten Ergebnisse der HAPASS-Studie wertvolle Einblicke in den Umgang der Ärzte mit solchen Anfragen. Wie bei aerztezeitung.de berichtet, hat ein Ärzteteam der Uniklinik Jena herausgefunden, dass sich Hausärzte auf unterschiedliche Weise mit solchen Anfragen auseinandersetzen. Während einige Ärzte die Anfrage ablehnen, indem sie auf gesetzliche Verbote oder persönliche Werte hinweisen, suchen andere nach den Ursachen der Anfrage und sehen sie als Hilferuf, woraufhin sie intensivere Begleitung anbieten. Zudem gibt es Ärzte, die Patienten durch die Vermittlung von Kontakten zu Sterbehilfeorganisationen unterstützen oder auf Sterbetourismus hinweisen. Eine Bereitschaft zur Unterstützung erwächst oft erst nach längerem Kontakt und intensiver Beratung. Die Ärzte suchen regelmäßig kollegialen Rat, um rechtliche Unsicherheiten zu klären und emotionale Belastungen zu verarbeiten.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
02.10.2025
Hausärztemangel: Bis 2040 auch in Westdeutschland Engpass erwartet
Bis 2040 droht auch Westdeutschland ein Hausärztemangel, besonders in ländlichen Gebieten, warnt eine Studie – gezielte Maßnahmen könnten gegensteuern.
Bis 2040 droht auch Westdeutschland ein Hausärztemangel, besonders in ländlichen Gebieten, warnt eine Studie – gezielte Maßnahmen könnten gegensteuern.
Während der Hausärztemangel in Ostdeutschland bereits allgegenwärtig ist, wird bis 2040 auch in westdeutschen Ländern eine angespannte hausärztliche Versorgungslage erwartet. Das geht aus Berechnungen des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung und der Bertelsmann Stiftung hervor, wie die Ärzte Zeitung berichtet. Laut den Experten wird es insbesondere in westdeutschen Kleinstädten und auf dem Land deutlich weniger Hausärzte geben. Die Anzahl der hausärztlichen Vollzeitäquivalente könnte sich zwischen 2024 und 2040 von 51.407 auf 45.492 reduzieren. Zwei Hauptfaktoren sind dafür verantwortlich: die abnehmende Zahl der Hausärzte und eine reduzierte durchschnittliche Wochenarbeitszeit. Ein gezielter Einsatz von Medizinerinnen und Medizinern in bestimmten Regionen könnte diesen Trend abschwächen, so die Empfehlungen der Studienautoren.
Stiftung Warentest: ePA ab 2025 Pflicht, Widerspruchsrecht bleibt bestehen
Ab 2025 wird die ePA Pflicht, aber Patienten können widersprechen, betont Stiftung Warentest. Arztpraxen sind größtenteils bereit für die digitale Umsetzung.
Ab 2025 wird die ePA Pflicht, aber Patienten können widersprechen, betont Stiftung Warentest. Arztpraxen sind größtenteils bereit für die digitale Umsetzung.
Stiftung Warentest hat in einer jüngsten Erklärung auf die automatische Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) hingewiesen, die seit dem 1. Oktober 2025 für Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Apotheken verpflichtend ist. Die Veröffentlichung wies darauf hin, dass die Versicherten die Möglichkeit haben, der Nutzung dieser digitalen Sammlung ihrer medizinischen Daten zu widersprechen. Die Gematik, die für die technische Umsetzung verantwortlich ist, bestätigte, dass mehr als 90 Prozent der Arztpraxen bereits in der Lage sind, die ePA zu nutzen, wobei noch einige Anpassungen bei der Praxistechnologie ausstehen. Stiftung Warentest betont, dass die Einführung der ePA zwar obligatorisch ist, jedoch ein Widerspruchsrecht besteht, das es den Patienten ermöglicht, ihre Teilnahme zu verweigern. Diese Informationen untermauern die Funktion und die digitalen Fortschritte bei der medizinischen Dokumentation in Deutschland.
Pflegepraxis, Organisation und Innovation
02.10.2025
Digitale Sturzprävention für Senioren: Chancen und Risiken im Fokus
Digitale Technologien zur Sturzprävention bieten Potenzial für Senioren. Eine Bonner Studie untersucht Chancen und Risiken, während Experten kontrovers darüber debattieren.
Digitale Technologien zur Sturzprävention bieten Potenzial für Senioren. Eine Bonner Studie untersucht Chancen und Risiken, während Experten kontrovers darüber debattieren.
In einer aktuellen Studie der Universitätsklinik Bonn wird untersucht, wie eine digital unterstützte Sturzprävention das Risiko von Stürzen bei geriatrischen Patienten reduzieren kann. Beim DEGAM-Kongress wurde dieses Thema kontrovers diskutiert. "Kein Test kann Stürze zuverlässig vorhersagen. Aber wir wissen, dass die Kosten für die Folgen von Sturzunfällen in den vergangenen Jahren um 130 Prozent gestiegen sind, und dass das richtige Training die Sturzwahrscheinlichkeit um bis zu 34 Prozent senken kann", erklärte Lucas Küpper von der Klinik. Die Studie sieht vor, dass Patienten digitale Fragebögen zu Hause ausfüllen und in der Praxis Mobilitätstests absolvieren, um ein speziell angepasstes Training zu erhalten. Erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie legen nahe, dass eine digitale, risikoadaptierte Sturzprävention als Angebot für geriatrische Patienten sinnvoll ist. Laut der Ärzte Zeitung bestehen allerdings Bedenken, dass die Patienten durch das erlangte Selbstvertrauen vermehrt Risiken eingehen könnten.
Digitale Gesundheitsakte: Skepsis und Hoffnung beim Digitalisierungsschub
Digitale Gesundheitsakte: Zwischen Skepsis und Hoffnung hoffen Krankenkassen auf mehr Nutzung der ePA, während Mediziner zurückhaltend bleiben.
Digitale Gesundheitsakte: Zwischen Skepsis und Hoffnung hoffen Krankenkassen auf mehr Nutzung der ePA, während Mediziner zurückhaltend bleiben.
Auf einem Treffen von Digital-Enthusiasten in Berlin, organisiert vom Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung, wurde die schleppende Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) diskutiert, berichtet ÄRZTE ZEITUNG. Obwohl seit 1. Oktober die „ePA für alle“ Pflicht im Gesundheitswesen ist, nutzen bisher nur wenige die Akte. Krankenkassen hoffen auf steigende Nutzungszahlen, doch es herrscht Skepsis unter Medizinern, die bisher nicht verpflichtet waren, Dokumente einzustellen. Diese Henne-Ei-Problematik, so Matthias Gabriel von der Ärzte Zeitung, erfordert neuen digitalen Mut und Offenheit. Vertreter der Gesundheitsbranche, wie Professorin Luise Hölscher, betonen das Digitalisierungspotenzial, doch der Widerstand gegen Veränderungen bleibt groß. Han Steutel vom vfa fordert einen Digitalisierungsschub im Gesundheitssystem, während Erfahrungen in Berliner Praxen zeigen, dass positive Nutzererlebnisse einen enormen Unterschied machen können. Im Mittelpunkt steht das Engagement aller Akteure zur Förderung der Digitalisierung im Alltag.
Offene Fehlerkultur fördert Sicherheit im Gesundheitswesen
Eine offene Fehlerkultur stärkt die Sicherheit im Gesundheitswesen, indem sie Lernprozesse fördert und Mitarbeitende ermutigt, Fehler ohne Angst zuzugeben.
Eine offene Fehlerkultur stärkt die Sicherheit im Gesundheitswesen, indem sie Lernprozesse fördert und Mitarbeitende ermutigt, Fehler ohne Angst zuzugeben.
Fehler sind Bestandteil jeder menschlichen Tätigkeit, und das entscheidende Moment liegt darin, aus ihnen zu lernen, statt sie zu verbergen. Tim Schwär von der bvmd betont, dass eine Arbeitsatmosphäre, die von Angst geprägt ist und Mitarbeitende daran hindert, Fehler zuzugeben, kontraproduktiv ist. Diese Denkweise fördert nicht nur individuelle Lernprozesse, sondern trägt auch zur allgemeinen Sicherheitskultur im Gesundheitswesen bei. Indem offene Kommunikation gefördert wird, können potenzielle Fehlerquellen identifiziert und präventive Maßnahmen getroffen werden. Solch ein Ansatz setzt auf die Philosophie der "Second Chance" und vermeidet es, Beschäftigte zu "Second Victims" zu machen, wie in einem Beitrag auf aerztezeitung.de erläutert.
Private Krankenversicherung: Erhebliche Beitragserhöhungen bis 2026
Private Krankenversicherungen steigen bis 2026 massiv an – Versicherte müssen 13% mehr zahlen, auch Pflegeversicherungen werden teurer.
Private Krankenversicherungen steigen bis 2026 massiv an – Versicherte müssen 13% mehr zahlen, auch Pflegeversicherungen werden teurer.
Die private Krankenversicherung wird im Jahr 2026 erneut teurer. Viele Versicherte müssen sowohl für die Krankenversicherung als auch für die Pflegeversicherung mehr Geld einplanen. In der Krankenversicherung wird ein durchschnittlicher Anstieg von 13 Prozent erwartet. Dies belastet die Betroffenen finanziell erheblich und unterstreicht die Notwendigkeit, sich mit den steigenden Kosten im Gesundheitswesen auseinanderzusetzen. Die Quelle dieser Informationen ist die Ärzte Zeitung.
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