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Pflegepolitik und Recht
22.10.2025
WBVG schützt Pflegebedürftige: Klare Regeln für Pflegeverträge
Das WBVG sichert Pflegebedürftige durch klare Regeln für Pflegeverträge und schützt vor Benachteiligungen in Einrichtungen, auch bei Kosten und Pflegebedarfsänderungen.
Das WBVG sichert Pflegebedürftige durch klare Regeln für Pflegeverträge und schützt vor Benachteiligungen in Einrichtungen, auch bei Kosten und Pflegebedarfsänderungen.
Das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) dient bundesweit als Schutzmechanismus für Menschen in Pflegeeinrichtungen und regelt die Rechte und Pflichten bei Vertragsabschlüssen. Dieses Gesetz verhindert Benachteiligungen pflegebedürftiger Menschen, insbesondere durch die Regelung der Informationspflichten der Pflegeunternehmen. Bevor ein Vertrag geschlossen wird, sollen die Bedingungen klar dargelegt sein. Das WBVG umfasst auch Bestimmungen zur Anpassung bei wechselnden Pflegebedarfen und zu möglichen Kostenänderungen. Es ist anwendbar auf verschiedene Wohnformen, von klassischen Pflegeheimen über Tages- und Nachtpflege bis zu betreuten Wohngemeinschaften. Zusätzlich zum WBVG haben die Bundesländer individuelle Heimgesetze, die sich mit ordnungsrechtlichen Fragen, wie der Ausstattung und Betriebsgenehmigungen von Pflegeeinrichtungen, befassen. Seit einer Reform 2007 gestalten die Länder diese Gesetze eigenständig. Probleme mit Einrichtungsbetreibern können durch Beratung bei Verbraucherzentralen und ähnlichen Institutionen gelöst werden. Diese Informationen basieren auf Angaben der Verbraucherzentrale.
Bürokratie bremst Fortschritt: Beim Europäischen Gesundheitskongress kritisierten Experten, dass Regelwerke und Anträge Innovationen im Gesundheitswesen behindern.
Bürokratie bremst Fortschritt: Beim Europäischen Gesundheitskongress kritisierten Experten, dass Regelwerke und Anträge Innovationen im Gesundheitswesen behindern.
Beim Europäischen Gesundheitskongress in München wurden Hemmnisse bei der Umsetzung von Innovationen in die Regelversorgung im Gesundheitswesen diskutiert, berichtet die „Ärzte Zeitung". Dr. Ralf Langejürgen vom BKK Landesverband Bayern kritisierte die mangelnde Übertragbarkeit von Modellen in die Praxis. Aufsichtsbehörden und eine Flut von Anträgen erschwerten den Innovatoren die Umsetzung. Professor Martin Dietrich vom Bundesgesundheitsministerium betonte die Bedeutung agiler Transferprozesse, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Der Innovationsfonds werde oft von Bürokratie ausgebremst. Anja Schramm von der Audi BKK hob die Qualität der vom Innovationsfonds geförderten Projekte hervor, doch auch sie forderte einen verbesserten Transfer der Innovationen in die Praxis. Das aktuelle, vom Innovationsfonds geförderte Projekt „moVe-it“ beschäftigt sich mit der Behandlung von Spastiken nach Schlaganfall, wobei eine bessere interdisziplinäre Zusammenarbeit angestrebt wird.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
22.10.2025
PKV-Institut fordert tiefgreifende Strukturreformen für stabile GKV-Beiträge
Das PKV-Institut drängt auf umfassende Reformen, um steigende GKV-Beiträge zu verhindern und langfristige Stabilität sicherzustellen.
Das PKV-Institut drängt auf umfassende Reformen, um steigende GKV-Beiträge zu verhindern und langfristige Stabilität sicherzustellen.
Das Wissenschaftliche Institut der PKV hebt in einer aktuellen Analyse hervor, wie dringend Strukturreformen notwendig sind, um das Wachstum der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu begrenzen. Ein reines Sparpaket reiche nicht aus, um stabile Beitragssätze zu garantieren, wie die Mitglieder des PKV-Instituts verdeutlichen. Es sei essentiel, parallel zu finanziellen Maßnahmen auch organisatorische Änderungen einzuführen. Dieser Aufruf seitens des Instituts spiegelt die anhaltenden Sorgen über die Finanzlage der GKV wider und unterstreicht die Notwendigkeit eines strategischeren Reformansatzes, um langfristige Stabilität zu gewährleisten. Die ausführliche Analyse ist auf "aerztezeitung.de" verfügbar.
Geriatrisches Assessment kann Behandlung von Prostatakrebs verbessern
Geriatrisches Assessment vor Prostatakrebs-Therapie kann bei älteren Patienten eine weniger aggressive Behandlung ermöglichen, ohne die Prognose zu verschlechtern.
Geriatrisches Assessment vor Prostatakrebs-Therapie kann bei älteren Patienten eine weniger aggressive Behandlung ermöglichen, ohne die Prognose zu verschlechtern.
Erhalten ältere Prostatakrebs-Patienten vor Beginn ihrer Therapie ein geriatrisches Assessment, kann dies zu einer weniger aggressiven Behandlung führen, ohne dass ihre Prognose darunter leidet. Diese Erkenntnisse stammen aus Frankreich und legen nahe, dass eine an die individuellen gesundheitlichen Gesamtsituation angepasste Strategie vorteilhaft sein könnte. Dieser Ansatz könnte dazu beitragen, unnötige Behandlungen bei älteren Patienten zu vermeiden, während gleichzeitig die Lebenserwartung nicht negativ beeinflusst wird. Solche Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines geriatrischen Assessments bei der Behandlung von Prostatakrebs im höheren Alter. Quellen: Ärztezeitung.de.
Medikamentengabe: Chronobiologie erfordert neue Glukokortikoid-Praxis
Die Glukokortikoid-Verordnung sollte chronobiologisch angepasst werden: Eine morgendliche Gabe ist effizienter als die übliche Zweiteilung in den Morgen- und Abendstunden.
Die Glukokortikoid-Verordnung sollte chronobiologisch angepasst werden: Eine morgendliche Gabe ist effizienter als die übliche Zweiteilung in den Morgen- und Abendstunden.
Laut einem Bericht der "Ärzte Zeitung" bleibt die Aufteilung der Glukokortikoid-Verordnung auf eine morgendliche und eine abendliche Dosis meist unsinnig und kann negative Folgen haben. Stattdessen wird empfohlen, Glukokortikoide in die Morgenmedikation zu integrieren, da dies chronobiologisch sinnvoller ist. Dr. Bianca Bach hebt hervor, dass diese Praxis Veränderungen bei der Medikation notwendig machen könnte, um optimal auf die biologischen Rhythmen des Körpers einzugehen. Der Quellenbericht mahnt dazu, bisherige Gewohnheiten zu überdenken und betont die Relevanz einer zeitlich abgestimmten Verordnung.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
21.10.2025
Sprunghafter Anstieg ukrainischer Berufsqualifikationen in Deutschland
Der Krieg in der Ukraine führt zu einer Verfünffachung ukrainischer Berufsqualifikations-Anerkennungen in Deutschland, besonders in Pflege und Ingenieurwesen.
Der Krieg in der Ukraine führt zu einer Verfünffachung ukrainischer Berufsqualifikations-Anerkennungen in Deutschland, besonders in Pflege und Ingenieurwesen.
Der anhaltende Krieg Russlands gegen die Ukraine hat einen sprunghaften Anstieg der Anerkennung ukrainischer Berufsqualifikationen in Deutschland zur Folge. Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wurden im vergangenen Jahr 7.335 Anträge auf Anerkennung von ukrainischen Ausbildungswegen gestellt, was eine Verfünffachung des Antragsaufkommens innerhalb von zwei Jahren darstellt. Die Ukraine ist damit nach der Türkei das Land mit den zweitmeisten Anträgen in Deutschland. Insgesamt wurden 2024 fast 82.000 Anerkennungsbescheide ausgestellt. Die häufigsten Anträge betrafen Pflegefachkräfte und Gesundheits- und Krankenpfleger; ukrainische Ingenieure reichen die meisten Anträge ein, gefolgt von Pflegekräften. In 95 Prozent der Verfahren wurde eine volle oder teilweise Gleichwertigkeit festgestellt. Behördenchef Friedrich Hubert Esser sieht in der Anerkennung ausländischer Qualifikationen einen zentralen Faktor für eine erfolgreiche Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. (Quelle: Ärztezeitung.de)
Gesundheitssektor: Bürokratie fordert mehr Personal in Arztpraxen
Mehr Bürokratie zwingt zahllose Arztpraxen zur Aufstockung: Seit 2022 verzeichnet der Gesundheitssektor 14 Prozent mehr Personal, um dem Verwaltungsaufwand gerecht zu werden.
Mehr Bürokratie zwingt zahllose Arztpraxen zur Aufstockung: Seit 2022 verzeichnet der Gesundheitssektor 14 Prozent mehr Personal, um dem Verwaltungsaufwand gerecht zu werden.
Seit 2022 haben 14 Prozent aller Betriebe im Gesundheitsbereich mehr Personal eingestellt, um die gestiegene Bürokratie zu bewältigen. Darunter sind auch viele Arztpraxen, so eine Studie, die in der Ärzte Zeitung veröffentlicht wurde.
"Bundesarbeitsgericht: Urteil zur Urlaubsabgeltung bei Kündigung"
Das BAG entschied, wie nicht genommenen Urlaub nach Kündigung zu berechnen ist, und klärt den Einfluss des Mindestlohns auf die Urlaubsabgeltung.
Das BAG entschied, wie nicht genommenen Urlaub nach Kündigung zu berechnen ist, und klärt den Einfluss des Mindestlohns auf die Urlaubsabgeltung.
Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat kürzlich entschieden, welcher Lohn für nicht verbrauchten Urlaub zugrunde zu legen ist, wenn ein Arbeitsverhältnis endet. In dem verhandelten Fall ging es um eine Arbeitnehmerin, deren Anstellungsverhältnis im Mai 2022 endete. Die Klägerin forderte die Abgeltung von 16 Urlaubstagen aus dem Jahr 2018. Die Entscheidung (Az. 9 AZR 137/24), die am 03. Juni 2025 gefällt wurde, beleuchtet die Berechnung der Urlaubsabgeltung und hinterfragt die Zugrundelegung der aktuellen gesetzlichen Mindestlohnregelung. Die FAZ berichtete darüber ausführlich auf ihrer Webseite.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
20.10.2025
Abhängigkeit Deutschlands von China bei Medikamenten alarmierend hoch
Deutschlands Abhängigkeit von China bei Arzneiwirkstoffen alarmiert: Ein Drittel der Medikamente könnte bei Lieferstopp fehlen, warnt Pro Generika.
Deutschlands Abhängigkeit von China bei Arzneiwirkstoffen alarmiert: Ein Drittel der Medikamente könnte bei Lieferstopp fehlen, warnt Pro Generika.
Deutschland ist für die Versorgung mit Medikamenten stark von China abhängig. Laut dem Pharmaverband Pro Generika bezieht das Land über ein Drittel der für die Arzneiherstellung wichtigen Wirkstoffe aus China. In einer neuen Studie wird darauf hingewiesen, dass vor allem Antibiotika, Diabetes- und Schmerzmittel von einem möglichen Lieferstopp stark betroffen wären. Die Autoren der Studie, zitiert von aerztezeitung.de, warnen, dass ein solcher Stopp große Versorgungslücken in Deutschland verursachen könnte, da alternative Bezugsquellen auf dem Weltmarkt nicht ausreichend verfügbar sind. Besonders problematisch sind die Investitionen chinesischer Produzenten in leistungsstarke Anlagen, die sie zu führenden Zulieferern gemacht haben. Bork Bretthauer von Pro Generika fordert politisches Handeln, um die Abhängigkeit zu verringern – ein Szenario wie beim russischen Gas dürfe sich nicht wiederholen. China könnte diese Abhängigkeit als politisches Druckmittel nutzen, ähnlich wie die Restriktionen im Zollstreit mit den USA. (dpa, aerztezeitung.de)
Ermittler: Kriminelle im Gesundheitswesen oft im Vorteil
Kriminellen im Gesundheitswesen gelingt Betrug oftmals zu leicht, warnen Ermittler, die vermehrt gegen Abrechnungsbetrug wie bei Corona-Tests vorgehen.
Kriminellen im Gesundheitswesen gelingt Betrug oftmals zu leicht, warnen Ermittler, die vermehrt gegen Abrechnungsbetrug wie bei Corona-Tests vorgehen.
Ermittler im Gesundheitswesen sehen Kriminelle oft im Vorteil. Wie Oberstaatsanwalt Torsten Haase, kommissarischer Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung von Kriminalität im Gesundheitswesen, der „Süddeutschen Zeitung“ mitteilte, sei es "leider teilweise nicht allzu schwer, im Gesundheitswesen zu betrügen". In Bayern bündelt diese Einheit seit fünf Jahren die Kräfte der Ermittler, um gegen kriminelle Machenschaften im Gesundheitswesen vorzugehen. Ein Paradebeispiel seien die Corona-Testzentren, wo häufig Schnelltests berechnet wurden, die nie stattgefunden hätten. Derzeit laufen in dieser Angelegenheit noch 76 Verfahren, und im Jahr 2025 wurden 45 neue Verfahren eröffnet. Die Spezialeinheit, bestehend aus 14 Staatsanwälten, IT-Spezialisten und Fachkräften für Abrechnungswesen, erfordert besondere Kenntnisse, um Betrug nachzuweisen. Laut Haase werden Leistungen teilweise falsch abgerechnet, was den Verdacht auf systematischen Betrug verstärkt. 2024 seien bereits 50 Anklagen erhoben worden, und 2025 bislang 45.
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