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Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
05.10.2026
Hessen bündelt komplizierte Eingriffe in Spezialkliniken
Hessen konzentriert komplizierte Eingriffe künftig auf weniger Spezialkliniken. Notfallversorgung, Geburtshilfe und Kindermedizin bleiben unverändert.
Hessen konzentriert komplizierte Eingriffe künftig auf weniger Spezialkliniken. Notfallversorgung, Geburtshilfe und Kindermedizin bleiben unverändert.
Hessen ordnet seine Krankenhausversorgung neu. Künftig dürfen Kliniken bestimmte Behandlungen und Operationen nur anbieten, wenn sie festgelegte Anforderungen an Personal, Ausstattung und Qualität erfüllen. Nach Angaben der F.A.Z. bleiben die Standorte der Notfallversorgung sowie die Angebote in Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin unverändert.
Komplizierte Eingriffe werden stärker auf spezialisierte Häuser konzentriert. Operationen an der Bauchspeicheldrüse sollen künftig noch 15 statt 23 Kliniken durchführen, Eierstockkrebs 15 statt 28 Häuser behandeln. Die Zahl der Kliniken, die künstliche Kniegelenke einsetzen, sinkt von 66 auf 50. Auch Behandlungen bei Brustkrebs sowie Eingriffe an Gehirn, Rückenmark und Nervensystem werden gebündelt.
Das Gesundheitsministerium prüft rund 1800 Anträge der Krankenhäuser und will die endgültigen Zuweisungen im Dezember vornehmen. Gesundheitsministerin Diana Stolz betonte, Ziel sei keine Schließung von Kliniken, sondern eine qualitätsorientierte Neuordnung. Für den Umbau stehen Mittel aus einem Transformationsfonds bereit.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
05.10.2026
Studie: Inklusive Betriebe wachsen bei Umsatz und Personal
Eine Studie zeigt: Betriebe mit neuen Inklusionsmaßnahmen wachsen bei Umsatz und Personal oft stärker – ein möglicher Hebel gegen den Fachkräftemangel.
Eine Studie zeigt: Betriebe mit neuen Inklusionsmaßnahmen wachsen bei Umsatz und Personal oft stärker – ein möglicher Hebel gegen den Fachkräftemangel.
Unternehmen, die erstmals inklusive Maßnahmen in ihrer Arbeitsorganisation einführen, entwickeln sich bei Umsatz und Beschäftigung häufig besser als vergleichbare Betriebe. Das berichtet die F.A.Z. unter Berufung auf eine Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. Demnach erzielten Unternehmen mit neuen Inklusionsangeboten zwischen 2020 und 2022 durchschnittlich 6,2 Prozent mehr Umsatz und beschäftigten 4,7 Prozent mehr Mitarbeiter. Untersucht wurden unter anderem Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung, flexible Modelle für ältere Beschäftigte, Mentoring zur Geschlechtergleichstellung und Brückenpraktika für Geflüchtete. Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse keinen unmittelbaren Ursache-Wirkungs-Nachweis liefern. Entscheidend sei zudem, Vielfalt gezielt in Arbeitsabläufe und Entscheidungsprozesse einzubinden. Gerade kleine und mittlere Unternehmen könnten dadurch ungenutzte Kompetenzen erschließen und dem Fachkräftemangel begegnen.
Pflegeheim insolvent: Diese Schutzmechanismen greifen
Bei der Insolvenz eines Pflegeheims greifen Schutzmechanismen für Bewohner. Eine Schließung und der Umzug in eine neue Einrichtung sind dennoch möglich.
Bei der Insolvenz eines Pflegeheims greifen Schutzmechanismen für Bewohner. Eine Schließung und der Umzug in eine neue Einrichtung sind dennoch möglich.
Die Insolvenz eines Pflegeheims kann Bewohner und Angehörige unerwartet treffen. Besonders belastend ist dies, wenn nach langer Suche ein geeigneter Heimplatz gefunden wurde und der Bewohner wegen einer Schließung wieder ausziehen muss. Ob eine Einrichtung wirtschaftlich stabil ist, lässt sich von außen oft nur schwer beurteilen. Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bestehen jedoch Schutzmechanismen für Bewohner, die von der Insolvenz eines Heimträgers betroffen sind. Personalmangel kann die wirtschaftliche Existenz von Pflegeheimen zusätzlich gefährden.
DOAK und Antikonvulsiva erhöhen Thromboembolie-Risiko
DOAK zusammen mit Antikonvulsiva können das Thromboembolie-Risiko deutlich steigern. Vorsicht ist möglicherweise auch bei Levetiracetam geboten.
DOAK zusammen mit Antikonvulsiva können das Thromboembolie-Risiko deutlich steigern. Vorsicht ist möglicherweise auch bei Levetiracetam geboten.
Die Kombination direkter oraler Antikoagulanzien (DOAK) mit Antikonvulsiva kann das Risiko für Thromboembolien deutlich erhöhen. Laut einer von der „Ärzte Zeitung“ zitierten großen Datenbankanalyse betrifft dies nicht nur stark enzyminduzierende Wirkstoffe, sondern möglicherweise auch Levetiracetam. Bei entsprechender Begleitmedikation ist daher besondere Vorsicht geboten.
Glukokortikoide sicher absetzen: Ausschleichen oder stoppen?
Beim Absetzen von Glukokortikoiden ist zu klären, ob ein Ausschleichen nötig ist und wie Cortisolwerte sowie Entzugssymptome zu bewerten sind.
Beim Absetzen von Glukokortikoiden ist zu klären, ob ein Ausschleichen nötig ist und wie Cortisolwerte sowie Entzugssymptome zu bewerten sind.
Das Beenden einer Therapie mit Glukokortikoiden erfordert besondere Sorgfalt. Nach Angaben der „Ärzte Zeitung“ muss je nach Behandlung entschieden werden, ob Steroide langsam ausgeschlichen oder direkt abgesetzt werden können. Zu klären sind zudem die mögliche Bestimmung des morgendlichen Cortisolwerts und der Umgang mit Entzugssymptomen.
Das BMAS fordert betriebliche Hitzeschutzpläne: Arbeitgeber müssen Risiken bewerten und Beschäftigte ab 26 Grad mit abgestuften Maßnahmen schützen.
Das BMAS fordert betriebliche Hitzeschutzpläne: Arbeitgeber müssen Risiken bewerten und Beschäftigte ab 26 Grad mit abgestuften Maßnahmen schützen.
Häufigere und längere Hitzeperioden gefährden Beschäftigte im Freien und in Innenräumen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) empfiehlt deshalb betriebliche Hitzeschutzpläne. Arbeitgeber müssen hitzebedingte Gefahren ermitteln, bewerten und wirksame Schutzmaßnahmen treffen. In Innenräumen sollen ab 26 Grad Maßnahmen wie Sonnenschutz oder Lüftung ergriffen werden. Ab 30 Grad sind wirksame Vorkehrungen und die Bereitstellung von Trinkwasser verpflichtend. Ab 35 Grad darf nur mit zusätzlichen Maßnahmen wie Abkühlpausen oder Kühlkleidung weitergearbeitet werden. Hitze kann Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit mindern sowie Kreislaufbeschwerden, Hitzschlag und ein erhöhtes Unfallrisiko verursachen. Nach einer Prognos-Berechnung im Auftrag des BMAS kostet ein Hitzetag mit mindestens 30 Grad die deutsche Wirtschaft rund 431 Millionen Euro. Rund 97 Prozent davon entfallen auf Produktivitätsverluste.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
05.10.2026
Bundesweite Aktionswochen werben um Fachkräfte
Rund 500 Akteure beteiligen sich vom 14. bis 27. September bundesweit an den INQA-Aktionswochen zur Fachkräftesicherung.
Rund 500 Akteure beteiligen sich vom 14. bis 27. September bundesweit an den INQA-Aktionswochen zur Fachkräftesicherung.
Bundesweit beteiligen sich vom 14. bis 27. September rund 500 Institutionen, Unternehmen, Netzwerke und weitere Arbeitsmarktakteure an den INQA-Aktionswochen „Menschen in Arbeit – Fachkräfte in den Regionen“. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sollen die Veranstaltungen das Engagement für die Fachkräftesicherung sichtbar machen und den Austausch über konkrete Lösungen fördern.
Das Programm umfasst unter anderem Ausbildungsbörsen und Berufsmessen, Hinweise zu Bewerbungen und Recruiting mit Künstlicher Intelligenz sowie Beratungen zur Qualifizierung und Weiterbildung von Beschäftigten. Eine Übersicht der Veranstaltungen stellt die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) auf ihrer Internetseite bereit.
Neue Website informiert über Bundestariftreuegesetz
Eine neue Website informiert über das seit Mai 2026 geltende Bundestariftreuegesetz und bietet Vergabestellen und Unternehmen FAQ sowie Mustervorlagen.
Eine neue Website informiert über das seit Mai 2026 geltende Bundestariftreuegesetz und bietet Vergabestellen und Unternehmen FAQ sowie Mustervorlagen.
Die Prüfstelle Bundestariftreue hat ihre Informationswebsite www.pruefstelle-bundestariftreue.de gestartet. Sie informiert über das Bundestariftreuegesetz, tarifvertragliche Arbeitsbedingungen und die Durchsetzung des Tariftreueversprechens. Das Gesetz gilt seit Mai 2026. Unternehmen müssen bei öffentlichen Bau- und Dienstleistungsaufträgen sowie Konzessionen des Bundes ab einem geschätzten Auftragswert von 50.000 Euro netto zusichern, einschlägige tarifliche Arbeitsbedingungen einzuhalten. Dies gilt auch für Nachunternehmer und Verleiher.
Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums bietet die Website unter anderem Antworten auf häufige Fragen und Mustervorlagen. Sie richtet sich insbesondere an Bundesauftraggeber, Vergabestellen, Auftragnehmer, Arbeitgeber und Beschäftigte. Künftig sollen dort auch mögliche Verstöße elektronisch gemeldet werden können. Die bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See angesiedelte Prüfstelle und ihr Internetangebot werden schrittweise weiter ausgebaut.
Experten fordern verbindliche Hitzepläne für Pflege und Kliniken
Experten fordern verbindliche Hitzeaktionspläne und eine dauerhafte Finanzierung für den Hitzeschutz in Kliniken und Pflegeeinrichtungen.
Experten fordern verbindliche Hitzeaktionspläne und eine dauerhafte Finanzierung für den Hitzeschutz in Kliniken und Pflegeeinrichtungen.
Sachverständige haben im Gesundheitsausschuss des Bundestages einen besseren Schutz vor großer Hitze gefordert. Nach Angaben der Parlamentsnachrichten sprachen sie sich für eine wirksamere Koordination von Bund, Ländern und Kommunen sowie flächendeckende, verbindliche Hitzeaktionspläne aus. Besonders gefährdet seien ältere, kranke und sozial benachteiligte Menschen.
Grundlage der Anhörung war ein Antrag der Grünen. Die Fraktion fordert finanziell abgesicherte Schutzmaßnahmen und Investitionen in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Gesundheitszentren, etwa in Verschattung, Lüftung, Kühlung und Begrünung. Experten berichteten von bis zu 35 Grad in Krankenzimmern und fehlender Klimatisierung in Notaufnahmen. Auch Betriebe müssten Hitzeschutzpläne erstellen und Beschäftigte beispielsweise mit Kühlkleidung schützen. Zugleich verlangten die Sachverständigen eine dauerhafte, rechtssichere Finanzierung statt einzelner Förderprogramme.
Bundesregierung treibt digitale Patientenakte und E-Rezepte voran
Die Bundesregierung will ePA und E-Rezepte ausbauen: Medikationspläne, Impfübersichten und Überweisungen sollen digital und EU-weit nutzbar werden.
Die Bundesregierung will ePA und E-Rezepte ausbauen: Medikationspläne, Impfübersichten und Überweisungen sollen digital und EU-weit nutzbar werden.
Die Bundesregierung will die Digitalisierung im Gesundheitswesen und in der Pflege umfassend ausbauen. Wie der Deutsche Bundestag mitteilt, sieht der Gesetzentwurf für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen unter anderem eine Weiterentwicklung der elektronischen Patientenakte (ePA) vor. Der Medikationsplan soll darin digital geführt und von Ärzten sowie Apotheken fortlaufend aktualisiert werden. Geplant sind zudem eine digitale Impfübersicht mit Erinnerungsfunktion und die Einführung der E-Überweisung bis September 2029. Auch E-Rezepte für häusliche Krankenpflege und Heilmittel sollen ermöglicht werden. Die Kommunikation zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern soll künftig digital erfolgen. Gesundheitsdaten sollen in einem einheitlichen Format für Versorgung, Forschung, Innovation und Prävention nutzbar sein. Außerdem ist vorgesehen, Patientenkurzakten, E-Rezepte, Arzt- und Entlassbriefe sowie Laborbefunde grenzüberschreitend austauschbar zu machen.
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